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In der Text-Mine

Avatar Julian chattet mit Spyros Mesomeris – Global Head of Quantitative & QIS Research bei der Deutschen Bank – über α-DIG, ein neues Tool, das Portfoliomanagern mit Hilfe von Text-Mining und künstlicher Intelligenz neue Erkenntnisse liefert.

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Hallo, Spyros. Können Sie α-DIG in einem Tweet beschreiben?

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Okay, lassen Sie mich es versuchen: α-DIG ist ein Tool, das Big Data mit Text-Mining-Techniken analysiert und Anlegern hilft, den finanziellen Wert immaterieller Unternehmenswerte zu verstehen.

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Was sind immaterielle Unternehmenwerte?

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Beispiele für immaterielle Vermögenswerte sind Patente, Markenbekanntheit, Urheberrechte; auf der Passivseite stehen Prozessrisiken und andere mögliche Gefahren, die nicht in den Zahlen erfasst sind. Zumindest jetzt noch nicht. Ein Produktrückruf, ein Lieferkettenproblem oder ein Unternehmensskandal – all diese Dinge können nachgelagerte Auswirkungen auf den Aktienkurs haben.

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Oh, ich dachte, die Investoren hätten schon auf solche Dinge geachtet.

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Dies gilt insbesondere in letzter Zeit und speziell in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance (ESG)-Leitlinien und Themen. Das Problem ist, dass Sie möglicherweise in Unternehmen investieren möchten, die beste ESG-Praktiken fördern und einhalten, aber Sie sind über die potenziellen finanziellen Konsequenzen dieser Entscheidung nicht sehr gut informiert.

Wenn es um immaterielle Werte geht, müssen sich Investoren oft auf veraltete und vergangenheitsbezogene Daten verlassen oder darauf, was Unternehmen in Pressemitteilungen und Nachhaltigkeitsberichten über sich selbst sagen. Unsere Analyse ist eher faktenbasiert.

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Okay, also arbeitet α-DIG stattdessen mit Text-Mining. Was ist das?

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Text-Mining ist eine Technologie aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz, die es Benutzern ermöglicht, den Inhalt von Textdokumenten in messbare Inhalte zu verwandeln, die in Handlungen umgesetzt werden können. Es nutzt maschinelle Lerntechniken wie neuronale Netze, um die tiefere Bedeutung von Texten zu erfassen. α-DIG analysiert Finanznachrichten von Dow Jones, die fast 20 Jahre zurückreichen.

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Warum nicht Social Media?

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Wir sagen nicht, dass die Wirtschaftsmedien immer recht haben, aber sie sind weniger anfällig für falsche Nachrichten & sogenannte „fake news“ &, als Kanäle wie Twitter und Facebook.

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Können Sie mir ein praktisches Beispiel dafür geben, wie ein Portfoliomanager α-DIG verwenden würde?

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Nehmen wir an, es gab eine Ölpest. Die Portfoliomanagerin kann auf die letzten 15 oder 20 Jahre zurückblicken und die Reaktion der Aktienkurse und den Marktwert von Mineralölkonzernen analysieren, die in der Vergangenheit ähnliche Probleme hatten. Unsere Text-Mining-Techniken sind in der Lage, solche Ereignisse zu identifizieren, die den aktuellen Vorkommnissen besonders ähnlich sind, um genauere Resultate zu erzielen.

Die Portfoliomanagerin kann das Tool dann fortlaufend verwenden, um zu bewerten, ob dieses Ereignis und die damit verbundenen Probleme sich bereits im Preis widerspiegeln. Dies hilft ihr, ihr Engagement in Unternehmen, die von vergleichbaren Situationen betroffen sind, angemessen anzupassen.

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α-DIG scheint Teil eines größeren Trends beim Mining von Big Data zu sein.

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Wir leben in einer Welt, in der immer mehr Daten aus immer mehr Quellen verfügbar und auf vielfältige Weise miteinander verknüpft sind. Es gibt eine Fülle von Informationen, die das menschliche Gehirn allein nicht verarbeiten kann.

Es erfordert Computerleistung und Speicherplatz, aber auch Instrumente der Datenwissenschaft, um zu verstehen, welche Daten wertvoll sind und wie sie potenziell mit anderen angrenzenden Daten verbunden sind. Es gibt zahlreiche nichtlineare Wechselwirkungen zwischen Datensätzen, die sich mit herkömmlichen statistischen Techniken nicht erfassen lassen.

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Data-Science klingt ein bisschen wie Alchemie: Man kombiniere und mische verschiedene Daten, um Gold herzustellen.

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Stellen Sie sich Datenwissenschaft als eine Art Werkzeugkasten vor, der nützlich ist, um Wissen und Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen, die in verschiedenen Formen vorkommen können. Das Potenzial ist riesig. Aber wir sollten uns auch darüber im Klaren sein, dass viele große Datenmengen nur ein Rauschen erzeugen. Sie werden nicht in jedem Falle nützlich sein, um beispielsweise Aktienkurse oder Wirtschaftswachstum vorherzusagen.

Über #MeinDatenIch

Daten sind der Stoff, aus dem die Träume großer Plattformunternehmen und kleiner Start-ups sind. Mit Hilfe von Erkenntnissen, die sie aus Daten gewinnen, wollen sie potenziellen Kunden individualisierte Angebote machen. Viele Menschen beginnen gerade erst, den Wert ihrer Daten zu erkennen. Sie wollen die Kontrolle behalten und wissen, wer was weshalb mit ihren Daten macht.

Auf dieser Website laden die Avatare Amy, Julian und Marcus Sie ein, mit ihnen zu chatten: über den Wert von Daten in der sogenannten „Datenökonomie“, Ihre Möglichkeiten, selbst von Ihren Bankdaten zu profitieren, und über Datenschutz- und Datensicherheitsstandards. Die drei sind erfundene Charaktere, sie nehmen die Perspektive unserer diversen Kunden ein und stellen Fragen, die wir alle haben. Offen, neugierig und kritisch. Unterhalten Sie sich mit ihnen!